Menschen

Wurstfrei

Falters Zoo | BARBARA FUCHS, KARIN WASNER, BIRGIT WITTSTOCK, CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Dieser Zoo ist wurstfrei. Auch keine Wurstwitze. Gar nichts. Nicht dass wir uns über den Triumph von Kopenhagen nicht gefreut hätten. Aber. Zum Beispiel wollen wir Ihnen gleich an erster Stelle die Benefiz-Auktion zugunsten der Flüchtlingshilfeorganisation Hemayat nahelegen, die diesen Freitag (16. Mai, ab 19 Uhr) im Palais Schönburg über die Bühne geht. Bei der Gelegenheit kann man dann zum Beispiel engagierte Prominente wie Franz Welser Möst, Alfred Dorfer, Maria Hofstätt er oder André Heller "ersteigern", die exklusiv mit dem Meistbietenden Käsekrainer essen gehen oder auf ein Achterl, ins Theater oder sogar exklusiv auftreten. Herr Heller trinkt mit einem Tee. Genau: Es geht um Zeit. Und die ist kostbar. Mitsteigern!

Eine Nachricht aus der kleinen Welt des österreichischen Films: Vergangenen Mittwoch hatte das heimische Doku-Drama "Das Kind in der Schachtel" im Stadtkino Premiere. In der Doku, in der sich Regisseurin und Hauptdarstellerin Gloria Dürnberger, die als Pflegekind aufwuchs, auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht, gibt es eigentlich wenig zu lachen. Sollte man meinen. Dennoch hat sich Dürnberger zu Beginn des Films ausgebeten: "Es darf auch gelacht werden". Das Publikum kam ihrem Wunsch nach, was teilweise zu schallendem Gelächter bei tragischkomischen Szenen führte. Dürnberger war zufrieden und dankte dem Publikum, indem sie ihre gesamte Familie auf der Bühne präsentierte. Im Anschluss gab Singer/Songwriter Martin Klein, der für die Filmmusik verantwortlich war, noch ein viel beklatschtes Konzert.

Ach ja: Amadeus Music Award war ja auch schon wieder. Das Who's who der Österreichischen Musikszene busselte sich letzte Woche auf dem Roten Teppich vor dem Volkstheater gegenseitig ab, dort posierten Neo-Coolios wie Nazar - übrigens ein sehr höflicher junger Mann -neben Dauerbrennern wie Stefanie Werger, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Auch ganz vorn dabei: Christina Stürmer, die irgendwas gewonnen hat, Anna F. und die Fantastischen Vier. Nach der über zwei Stunden dauernden Verleihung ging es direkt zur Aftershow-Party in den Volksgarten, wo die sehr betrunkene Formation Mando Diao -teils blond gefärbt! - die Tanzfläche und einige weibliche Gäste unsicher machte. Ab ein Uhr nachts musste dann allerdings selbst für den Alkohol gezahlt werden, was der Partystimmung nicht unbedingt förderlich war, sehr wohl aber unseren Leberwerten. Euphorisiert -ein Ausdruck, den man ungern bemüht, der in diesem Fall dennoch herhalten muss. Die in Berlin lebende Irin Wallis Bird wirbelte vergangenen Dienstag über die Arena-Bühne und hinterließ uns -nun ja -eben euphorisiert. Auf den grimmigsten Gesichtern tauchte das Grinsen spätestens beim vierten Song "To My Bones" auf, wer da noch nicht hingerissen war, dem ist nicht zu helfen. Haare fliegen, die Gitarre legt sie nur zur Seite, um am Schlagzeug zu toben oder in der Menge zu surfen. Zwischendurch parliert sie fröhlich auf Deutsch: über Freundinnen und ihre Babys, Sex, hübsche Wienerinnen und lost love. Mit dabei hat sie ihr neues Album "Architect", das, überraschend für die bisher für Folk-und Alternative Rock bekannte Musikerin, erfrischend elektronisch daherkommt. So wird Christian Vinne, der Drummer, bei "Hardly Hardly" live kurz einmal zum Beatboxer. Wer die Gute-Laune-Festspiele in Wien verpasst hat, erhält zum Glück diesen Samstag noch einmal eine Gelegenheit: auf der FM4-Bühne beim Linzfest im Donaupark.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige