Film Neu im Kino

Kapuze im Kaff, kaputt im Puff: Psychokrimi "Stereo"

Lexikon | DR. ROBNIK | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Dieser deutsche Psychothriller ähnelt im Plot dem bekanntesten Film von David Cronenberg, "A History of Violence"; er heißt jedoch wie Cronenbergs erster, nämlich "Stereo". Solcherart Anklänge und Erinnerungstreibgut zu orten, mag weit hergeholt sein, ist aber ein Bauprinzip dieses Films: Allmähliches Dechiffrieren einer Vergangenheit, die woanders hinführt, und Aufsplitten in Zweiheit, wo erst Einheit scheint -das ist in Maximilian Erlenweins "Stereo" Thema wie auch Mindgame-Form.

Ein betroppezter Automechaniker, im Begriff, als Schwiegersohn des Dorfpolizisten sein Glück zu machen, wird von einem Mann mit Kapuze verfolgt, den nur er sieht, und ergo von den Leuten langsam für irre gehalten. Der spöttelnde Kapuziner heißt nicht Harvey, aber er weist den Weg zu Keitel: Ein gehbehinderter Puffbetreiber dieses Namens hat aus dunklen Gründen Angst vor dem Mechaniker. Diesen Brutalo-Strizzi, dessen Reden raunzertes Ritual ist, spielt -wie denn auch nicht? - Georg Friedrich. Weiters wirken mit: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller, Rainer Bock. Dazu knarzt Techno, die Ausstattung ist expressiv und das alles eh okay.

Ab Fr in den Kinos


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