Kraliceks Festwochentagebuch Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (1)

Horváth wird unserer Liebe nicht entkommen

Feuilleton | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Samstag, 10. Mai: Liebes Tagebuch! Vor der ersten Vorstellung fragt sich der gelernte Festwochenbesucher, welches Sponsoren-Give-Away ihn diesmal erwarten wird. Es gab schon Taschentücher, Kühlschrankmagneten, Kugelschreiber und viele andere nützliche Dinge. Heuer liegt auf jedem Sitzplatz ein kleines graues Notizheft samt Bleistift. Für Theaterkritiker, die ihren Block vergessen haben, ist das ein super Service. Die meisten anderen werden es zuhause in die Lade mit den anderen Notizheften legen, in die sie dann eh nie was schreiben. Aber vielleicht werden heuer ja tausende Festwochen-Tagebücher geführt?

Als Eröffnungspremiere haben die Festwochen Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" in einer Inszenierung des Deutschen Theaters Berlin angesetzt. Das ist ungefähr so, als würde man die Salzburger Festspiele mit einem "Jedermann"-Gastspiel aus Basel eröffnen. Okay, der Vergleich hinkt ein wenig, aber die Buhrufe, die Regisseur Michael Thalheimer am Ende erntete,


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