Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Einmal mehr: Wutbürgerliteratur Es ist fast schon ein eigenes Genre: die Wutbürgerliteratur. Mehr oder weniger eloquente und elegante Abrechnungen mit den herrschenden Zuständen und den dafür Verantwortlichen finden sich regelmäßig in den Programmen der Buchverlage. Auch der ehemalige Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Thomas Rietzschel, enttäuscht in seinem Werk "Geplünderte Demokratie. Die Geschäfte des politischen Kartells" keine Sekunde lang. "Etwas ist faul im freien Europa" lautet der erste Satz, und in dem Ton geht es munter weiter. Vor zwei Jahren schrieb er "Die Stunde der Dilettanten. Wie wir uns verschaukeln lassen" - anderer Titel, ähnliches Konzept.

Rietzschel ist wortmächtig und bildungsbürgerlich natürlich prima beschlagen, das macht das Buch zum idealen Geschenk für all jene, die auf hohem Niveau den Niedergang des Abendlandes bejammern können. Wer kluge Antworten abseits der Hoffnung auf einen Wutbürgeraufstand sucht, wird enttäuscht

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