Darf man im Krieg Erdbeeren essen?

Wie schnell sich doch mein Land an das Töten gewöhnt. Über den Krieg in der Ukraine, der keine Werte kennt

KOMMENTAR: TANJA MALJARTSCHUK | Falter & Meinung | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

In letzter Zeit fürchte ich mich vor mir und den Gedanken, die durch meinen Kopf ziehen. Wenn ich all das beobachte: blutige Willkür in den östlichen "Volksrepubliken", die ungeschickten Bemühungen der ukrainischen Armee und endlose Schlangen von Freiwilligen, die an dem Zirkus-Referendum am letzten Sonntag teilnehmen wollten, dann denke ich mir: Sie sollen doch gehen!

Vielleicht ist der Unterschied zwischen uns tatsächlich so groß, dass wir nicht mehr in einem Staat leben können.

Man spürt nichts mehr, man leidet nicht, ist rat-und wortlos. Die Schmerzgrenze ist schon längst überschritten, und es bleibt nur übrig, emotionslos die Toten zu zählen. Wie viele starben gestern? Zehn? 20? Und heute? Nur zwei? Nicht schlecht, es könnte wohl schlimmer sein.

Es ist sehr traurig, wie schnell ein Mensch sich an den Tod gewöhnt und anfängt, sich statt einer guten Nacht einfach Frieden zu wünschen. So ist das nämlich in der Zeit des Krieges. "Ich kann die Nachrichten nicht mehr verfolgen",

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