Hoch die Werte!

30 steirische Betriebe bilanzieren schon nach Kriterien der Gemeinwohl-Ökonomie. Kommt dies auch in Graz?

Steiermark | NACHFRAGE: MARIA MOTTER | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014


Foto: J.J. Kucek

Foto: J.J. Kucek

In einem Vortragsmarathon befindet sich Christian Felber zurzeit. Den ersten Gemeinwohl-Ökonomie-Kongress in Graz konnte der prominenteste österreichische Erfinder alternativer Wirtschaftsmodelle, einstige Mitbegründer von Attac und heutige Universitätslektor auch nicht auslassen. Für Überraschung sorgte bei dem Kongress der Grazer ÖVP-Bürgermeister, der als Gast einer Podiumsdiskussion angetreten war: Siegfried Nagl gab sich dort als deutlicher Befürworter der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Er wolle dieses Wirtschaftsmodell für die Stadt Graz in der Verwaltung als auch den angeschlossenen Betrieben umsetzen. Ob Nagls Partei von seinem Dissidententum wisse, war die erste Frage aus dem Publikum. Seiner Fraktion würde es nicht guttun, rein an der Marktwirtschaft festzuhalten, wich er aus. Doch was bringt es einem Betrieb, wenn er nach der Gemeinwohl-Ökonomie bilanziert? Und wie realistisch ist das für Graz überhaupt – oder haben wir es bloß mit einer von Nagls vielen Ankündigungen zu tun?

Nicht überrascht von Nagls Absichtserklärung ist Christian Felber: „Weltweit – und das ist vielleicht nur ein bisschen übertrieben – werden immer mehr Städte auf die Gemeinwohl-Ökonomie aufmerksam und springen auf. Saragossa in Spanien und unlängst das deutsche Mannheim haben beschlossen, mit den städtischen Betrieben die Bilanzierung zu beginnen.“


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