Justizskandal im Psychiatriegefängnis: Therapievideos sind ungesichert

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Es sind Szenen höchster Vertraulichkeit. Da sitzen zwei Männer in einem Therapiezimmer. Der eine hört zu, der andere spricht über seine krankhaften Fantasien, die ihn in die Justizanstalt Mittersteig, eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, brachten.

Die Männer sprechen über Gewaltfantasien, Sexualität und Missbrauch. Der eine Mann trägt Sandalen und kurze Hosen, der andere Cowboyboots. Der eine ist ein psychisch erkrankter Schwerverbrecher, der andere sein Therapeut.

Eigentlich sollte kein Mensch über das höchst vertrauliche Gespräch der zwei Männer erfahren. Es unterliegt dem Arztgeheimnis. Und schon gar nicht sollten die Videobänder dieser Therapiesitzungen in die Hände Unbefugter gelangen. Dafür haften die Anstaltsleiterin Edda Bolten und das Justizministerium.

Doch es ist geschehen: Falter-Recherchen zeigen, dass in der Justizanstalt Mittersteig, Wiens größtem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher, ein Datenleck existiert. Videos von Therapiesitzungen


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