Buch der Stunde

Sehr früh, sehr regelmäßig, sehr viel gesoffen

Feuilleton | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Viele Trinker haben großartige Bücher hinterlassen. In den USA gibt es einen regelrechten Kult um saufende Genies, Websites stellen die Lieblingsgetränke von Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald vor. Nüchtern betrachtet sehen die Dinge allerdings düsterer aus als durchs Cocktailglas: Hemingway erschoss sich, Fitzgerald starb jung an einem Herzinfarkt.

"Schluckspecht" heißt der neue Roman des deutschen Autors Peter Wawerzinek, der 2010 im Alter von 56 Jahren noch den Bachmann-Preis gewann. Warum er erst spät im Literaturbetrieb auftauchte, wird spätestens mit seinem neuen Buch klar - eine zum Teil fiktionalisierte, über weite Strecken aber authentische Schilderung der Alkoholsucht, die ihn fast das Leben gekostet hätte.

Wawerzinek beginnt sehr früh sehr regelmäßig sehr viel zu trinken. Die Eltern eines Schulkollegen sind Mostfabrikanten, die Wochenende verbringt die Clique im Partyhaus, das allein der Berauschung dient. Mit ungemeiner Härte und zugleich poetisch schildert


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