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IT-Kolumne

Medien | INGRID BRODNIG | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Diesmal geht es um etwas, was mich ziemlich nachdenklich stimmt. Seit Wochen twittern Menschen den Hashtag #BringBackOurGirls, darunter auch die amerikanische First Lady Michelle Obama. Sie wollen damit auf die über 200 nigerianischen Schulmädchen hinweisen, die von der islamistischen Boko-Haram-Sekte entführt wurden.

Nur, bringt das irgendetwas? Oder ist sogenannter Hashtag-Aktivismus komplett sinnlos? Ich bin unschlüssig. Die Kritiker haben gute Argumente: Wer kein nigerianischer Staatsbürger ist und dort kein Wahlrecht hat, kann an den politischen Zuständen wohl wenig ändern. Auch lösen Rufe nach einer US-Militärintervention eher Unbehagen aus. Bekanntlich führen die nicht immer zu einem Happy End. Der Fall zeigt also unsere Machtlosigkeit auf. Und trotzdem: Ich sehe es als Geste, dass das vielen Menschen nicht wurscht ist. Das mag den Mädchen wenig bringen -aber purer Zynismus hat auch noch niemandem weitergeholfen. F


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