Wie ich lernte, die Überwachung zu lieben

Die Berliner Konferenz re:publica zeigt: Die Netzcommunity ist noch zu schwach im Kampf gegen die Überwacher

KONFERENZBERICHT: INGRID BRODNIG | Medien | aus FALTER 20/14 vom 14.05.2014

Wenn Sascha Lobo einmal in Fahrt kommt, dann macht er einem echt ein schlechtes Gewissen. Was haben Sie, werter Leser, werte Leserin, etwa gegen die Überwachung getan? Was haben Sie dazu beigetragen, dass unsere Bürgerrechte auch in digitalen Zeiten wertgeschätzt werden? Die Antwort lautet höchstwahrscheinlich: nichts. Oder genauer gesagt: Sie haben womöglich geklickt, online und offline geschimpft, aber keinen Cent gespendet oder gar einen Parlamentarier in seiner Sprechstunde besucht, um zu zeigen, wie wichtig Ihnen dieses Thema ist.

Genau das kritisierte Deutschlands auffälligster Blogger Sascha Lobo, der Herr aus dem Internet mit Irokesenschnitt, in seiner "Rede zur Lage der Nation", die er auf der Berliner Konferenz re:publica hielt. Vergangenen Dienstag bis Donnerstag fand in Berlin-Kreuzberg eine der wichtigsten Veranstaltungen für die deutsche Netzcommunity statt: In Vorträgen wurden Beziehungsprobleme in Zeiten des Internets angesprochen, in Workshops Grundkenntnisse im

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