Vor 20 Jahren im Falter  Wie wir wurden, was wir waren

Marga Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Es war die Nummer der Kuh. Zuerst figurierte sie in einer Geschichte der Kronen-Zeitungs-Kolumnistin Marga Swoboda. In deren - soweit ich sehe - einzigem Beitrag für den Falter reagierte diese auf einen Beitrag in der vorangegangenen Ausgabe. In der Rubrik "Vor zehn Jahren im Falter“, verfasst von einem jener unzimperlichen Vorarlberger, an denen es in der Redaktion selten mangelte, war der Satz gestanden: "Ihr Vater, der derbe paysan, zwang sie zur Heirat mit einem wohlbestallten Brotfabrikanten.“

Swoboda, so hieß der Bäcker, gab Marga den Familiennamen. Sie reagierte mit einem Beitrag, der auf der Leserbriefseite abgedruckt wurde, aber aufgemacht war wie eine Kolumne. So schrieb sie: "Der wohlbestallte Brotfabrikant lebt noch: Das freut besonders unsere beiden gemeinsamen Söhne, die in ihrer vermutlich genetisch bedingten Rührseligkeit diesen einsamen, plumpen Draufgänger noch immer lieben, obwohl er meistens nicht einmal genügend Geld in der Tasche hat, um ihnen ein Eis zu kaufen. In diesem Fall handelt es sich allerdings, im Gegensatz zu meiner Person, nicht um ostentativ zur Schau gestellte Bescheidenheit, sondern um eine abgestürzte Existenz. Er hat jetzt keine Fabrik mehr.“

Sie sei längst mit einem anderen zusammen, mit einem Schauspieler in Wien. Dieser "bereichert nach wie vor meinen Almkuh-Horizont mit neumodischen Rollen am Volkstheater, sodass auch ich ab und zu von genialischen Texten wenigstens gestreift werde. Die vier Buben, die ich unter dem schrägen Herzen im dicken Bauch trug, geben mir auch viel Stoff. Zum Beispiel sagen sie, dass ich mit meinem ätzend langweiligen Zeug nie eine Chance hätte, im Falter zu stehen.“ Das ist ihr denn doch gelungen, und recht elegant noch dazu.

Am Ende des Hefts mehr Rind: In der Rubrik "Index Wiengefühl“ hieß es: "Es pfingstete in der Stadt, dass die Ochsen brüllten. Die meisten Lokale geschlossen und die Bankomaten leer. Doppelminus. Almliesl bewirbt Ziegenkäse mit dem Slogan, Für Männer in gehobenen Positionen‘. - Muh. Minus.“ AT


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