Was nun? Die Ukraine zeigt Europas große Wunden

Politik | Analyse: Alfred Gusenbauer | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Die Bevölkerung der Ukraine hat in den letzten 100 Jahren mehr Leiden und Enttäuschungen erleben müssen als viele andere. Als Dank für die Treue zur Sowjetunion bekam die Ukraine die Halbinsel Krim von Nikita Chruschtschow als Geschenk. Chruschtschow wollte ein Zeichen der Wertschätzung an die geplagte Ukraine senden und das Verhältnis der Russen zu den Völkern des Sowjetreiches kooperativer gestalten als Stalin. Damals rechnete wohl niemand mit der Auflösbarkeit der Sowjetunion.

Als Folge der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 wurden zwei Grundfragen geregelt. Die Atommächte garantierten im Budapester Abkommen 1994 die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine, sofern sie ihre Atomwaffen verschrottete. Ein bilateraler russisch-ukrainischer Vertrag sicherte den Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ab.

Die Enttäuschung über den Fortbestand sowjetischer Herrschaftspraktiken auch in der Unabhängigkeit löste 2004 die Orange Revolution aus. Bald widmeten


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