Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Die EU-Wahlprogramme der Parteien: ohne Uni-Abschluss unverständlich

Politik | Ruth Eisenreich | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Lissabon-Strategie“, "Kohäsionspolitik“, "Commonwealth-Prinzip“: In den Wahlprogrammen der österreichischen Parteien für die EU-Wahl wimmelt es von Fachbegriffen. Nur selten werden diese erklärt, außerdem verwenden die Parteien zu lange und zu komplexe Sätze.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die deutsche Universität Hohenheim, das Ulmer H&H CommunicationLab und die österreichische Agentur Mediaclub mithilfe der sogenannten Amstad-Formel durchgeführt haben. Diese Formel bricht die durchschnittliche Satzlänge und die durchschnittliche Silbenanzahl pro Wort auf eine Zahl zwischen null und 100 herunter - je höher der Wert, desto besser verständlich soll demnach der Text sein.

Das Sprachniveau der Wahlprogramme sei diesmal noch anspruchsvoller als bei den letzten EU-Wahlen 2009, sagt Thomas Holzinger von der Agentur Mediaclub. Am besten schneiden in der Studie die Programme von Europa anders (Amstad-Wert 39), Grünen (35) und ÖVP (34) ab. Sie sind "schon“ für Gymnasiasten der siebten bzw. achten Klasse verständlich. Um die Programme von Rekos (Amstad-Wert 15) oder Neos (18) zu verstehen, ist hingegen Holzinger zufolge ein Uni-Abschluss nötig. F


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