Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Es gehört zu den peinlichen Momenten der Selbstbeobachtung, wenn man sich beim Lachen vor dem Fernseher ertappt. Was für ein armer Tropf muss man sein, um bei den Gags von "Willkommen Österreich“ oder "Mein cooler Onkel Charlie“ loszuprusten. Das "Haha, hoho“ überlässt man doch besser der Dose. Es gibt eine Ausnahme.

Bei der Nachrichtensatire "Heute-Show“ (ZDF, jeden Freitag um 22.30 Uhr) kommt man nicht umhin, die Mundwinkel zu kräuseln. Oliver Welke imitiert einen Anchorman, der aktuelle Meldungen verliest, Studiogäste interviewt und Live-Schaltungen einmoderiert. Die Sendung entlarvt die Phrasen von Politikern und die PR von Konzernen. Warum bei so viel Aufklärung nicht betretenes Schweigen herrscht? Der Hauptgrund ist die Figur des Moderators, den Welke als konservativen Wutbürger spielt. Ein pausbäckiger Fastnachtsnarr, der sich in Rage redet und die Faust ballt: Wenn das nicht zum Schmunzeln ist. F


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