Der Baumeister der Träume

Feuilleton | Besuch: Matthias Dusini | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014


Foto: Francis Kéré Architecture

Foto: Francis Kéré Architecture

Mit der Nacht kommen die Gespenster. So beschreibt der Berliner Architekt Francis Kéré, 49, seine Kindheit in einem afrikanischen Dorf. In dem in der Sahelzone gelegenen Ort Gando gab es keinen Strom, sodass sich die Familie am Abend versammelte, um den Geschichten der Großeltern zu lauschen. Manche Märchenfiguren ließen Francis erschaudern. „Wenn es gruselig wird, spürst du: Die Gemeinschaft ist dein Halt.“

Das Atelier von Francis Kéré, der zum Studium nach Deutschland kam, befindet sich in einer ehemaligen Manufaktur im Stadtteil Kreuzberg. Im Besprechungsraum stehen Schachteln mit Materialproben, Steinen und Hölzern, die der Architekt für Schulen, Waisenhäuser und sein bekanntestes Projekt, das Opernhaus des Künstlers Christoph Schlingensief, verwendet. Für ihn als kleinen Buben war alles selbstverständlich: die aus der Sahara heranwehenden Sandstürme, der Rauch in der Hütte, der nicht abzieht.


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