Die Liebe zu einem seltsamen Spiel: "Ballverlust“ mit Dorfer und Scheuba

Feuilleton | Kabarettkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Wenn Fußball im Kabarett zum Thema wird, sind die Pointen meist billig. Gags über die spielerischen Grenzen unserer Nationalmannschaft oder die sprachlichen Beschränktheiten der Spieler sind immer für einen Lacher gut. Es ist Alfred Dorfer und Florian Scheuba hoch anzurechnen, dass ihr Fußballprogramm "Ballverlust“ ohne solche Scherze auskommt. (Okay, es gibt da die Theorie, dass die österreichische Bundesliga eigentlich ein Ulrich-Seidl-Film ist, aber die ist wirklich gut.)

Die Kabarettisten tragen Narrenkappen in den Farben ihrer Lieblingsvereine (Dorfer: Austria, Scheuba: Rapid) und verhehlen auch sonst nicht, Fußballverrückte zu sein. Dennoch haben sie eine aufklärerische Mission: Dorfer und Scheuba wollen nachweisen, dass der Fußball für alle Werte steht, die uns wichtig sind - das Schöne, das Wahre und das Gute.

Sie zitieren Sartre und Camus, Kant und Descartes. Sie präsentieren auf einer Vidiwall wunderbare Tore. Sie preisen das Spiel von Andres Iniesta und den politischen


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