Kraliceks Festwochentagebuch  Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (2)

Vom Verzehren einer Birne und anderen Sensationen

Feuilleton | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Mittwoch, 14. Mai: Liebes Tagebuch! Gut, dass die Festwochen für die Produktion "Van den vos“ ein Jugendverbot ausgesprochen haben. Das belgische Kollektiv FC Bergman bezieht sich in seiner Inszenierung zwar auf die Fabel von Reineke Fuchs, aber für Kinder ist sie nur dann geeignet, wenn man unbedingt will, dass die Kleinen einmal sehen, wie das ist, wenn beim Raufen ein Kopf zu Brei geschlagen wird. Auf einer tollen Bühne (mit Swimmingpool und Wald!) wird also die Hardcoreversion eines Märchens gegeben. Der Fuchs (der die längste Zeit ein Phantom bleibt) ist ein gefährlicher Gewaltverbrecher, sein Widersacher, der Wolf (hier im Schafspelz eines Politikers oder Wirtschaftsbosses) aber ist auch kein Guter. So weit folgt die Aufführung der Vorlage; anders als im Märchen wird dem Fuchs hier allerdings nicht der Prozess gemacht. Die schlimmsten Verbrecher sind eben nicht zu fassen.

Donnerstag, 15. Mai: Der libanesische Regisseur und Videokünstler Rabih Mroué überlässt die Bühne


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