Nüchtern betrachtet 

Über die Unmoral der Tanzmonaden

Feuilleton | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Als ich unlängst den gefährlich nassgeschwitzten Dancefloor kurzfristig verließ, um vor dem Tanzkobel nach frischer Luft zu schnappen, lungerte dort meine Tochter mit ihrer Posse rum, und ihre beste Freundin fragte mich sofort, was das darstellen solle. "Das ist eine Ü-40-Party“, erklärte ich und erntete einen Lachsturm; weniger des Umstandes wegen, dass sich Menschen meines Alters solcher motorischer Verausgabung überhaupt noch unterwänden (die Sexualität haben wir bekanntlich mit Zeugung des jeweils jüngsten Kindes ansatzlos eingestellt), sondern weil meine Tochter auf die Frage, was da denn wohl abgehe, instinktsicher mit "eine Ü-40-Party“ geantwortet hatte. Diese prä-geriatrische Selbstermächtigungsveranstaltung wird freundlicherweise einmal im Quartal von der Hehu und der Usho ausgerichtet, wobei mir die Usho beim letzten Mal in leicht vorwurfsvollem Ton mitteilte, dass es bei ihr kein geschlossenen Lesbentanzkreise gebe (wie ich an dieser Stelle geschrieben hatte).


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