Theater Kritiken

Die Liebe in Zeiten der Wirtschaftskrise

Lexikon | SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Nach "Geschichten aus dem Wiener Wald" beweist die Josefstadt mit "Die Geschichte vom Fräulein Pollinger" erneut, dass sie Horváth kann. In einer neuen Bühnenfassung des Romans "Sechsunddreißig Stunden" wird die Probebühne des Theaters zum Radiostudio der 1920er-Jahre. Im München der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg kann man sich die Liebe eigentlich nicht mehr leisten, und so landet die arbeitslose Näherin Agnes Pollinger eines Abends nicht beim arbeitslosen Kellner Eugen Reithofer, mit dem sie es zuvor im Oberwiesenfeld so schön hatte, sondern im Auto von Harry, der ein Schnitzel mit Gurkensalat in sie investiert, sie dann aber stehen lässt. Raphaela Möst als Agnes und Matthias Franz Stein in sämtlichen Männerrollen zeichnen in Fabian Alders Inszenierung ein tragikomisches Bild dieser Zeit.

Josefstadt, Probebühne, Sa-Mo 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige