Kunst Kritiken

Der gezückte Finger des Dissidentenkünstlers

Lexikon | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Mit dem Stinkefinger gegen die Machtapparate der Welt: Für seine bewusst platte Serie "Study of Perspective" hat Ai Weiwei Bauten wie das Weiße Haus oder den Reichstag in Berlin mit seinem ausgestreckten Mittelfinger fotografiert. Spätestens seit seiner Inhaftierung ist der chinesische Künstler weltweit zu einem Symbol für die Unterdrückung von Kritik geworden. Die Ausstellung in der Christine König Galerie führt mit einer sympathischen Fotoserie auch zu Weiweis Formationsjahren in New York, wo der junge Künstler zwischen 1983 und 1993 etwa Kontakt zum Beat-Generation-Dichter Allen Ginsberg hatte. Ein nicht besonders gelungenes Experiment stellen hingegen die mit versteckter Kamera gefilmten Aufnahmen einer Gruppe aus dem New Yorker Moma dar -es verrät schlicht zu wenig über die US-Besucher in Weiweis Atelierhaus. NS Christine König Galerie, bis 2.8.


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