Film Tipp

A Tribute to Edgar G. Ulmer: Filme, Buch, Talk

Lexikon | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 21/14 vom 21.05.2014

Der aus Alt-Österreich gebürtige Edgar G. Ulmer (1904-72), zu Lebzeiten als "King of the B's" bekannt, gehört zu jenen Regisseuren des klassischen Hollywood, die sich heute größter Wertschätzung erfreuen. Der Filmhistoriker Noah Isenberg zeichnet in seinem neuen Buch "Edgar G. Ulmer. A Filmmaker at the Margins" (University of California Press 2014) das Leben und die abenteuerliche Karriere des jüdischen Exilanten nach.

"A Tribute to Edgar G. Ulmer", eine Veranstaltung von Synema, Profil und Österreichischem Filmmuseum, stellt den Autor und sein Werk sowie zwei Filme vor: "Der Mann im Off", eine 2004 entstandene Dokumentation von Michael Palm über Ulmer, und anschließend dessen frühes Meisterwerk "The Black Cat"(1934), in dem ein Paar auf Hochzeitsreise durch Osteuropa in eine Fehde zweier alter Todfeinde verstrickt wird: Dr. Vitus Werdegast (Bela Lugosi), ein Psychiater aus Budapest, hat mit dem exzentrischen Hjalmar Poelzig (Boris Karloff), der auf seinem Artdéco-Schloss allerlei Satanismus praktiziert und -buchstäblich -Leichen im Keller hat, noch eine alte Rechnung aus dem Krieg offen. Ein klaustrophobischer, mit klassischer Musik und großen Dialogen ("Do you hear that, Vitus? Even the telephone is dead!") veredelter Kultfilm: unheimlich - und unheimlich witzig obendrein.

Im österreichischen Ständestaat wurde der Film seinerzeit gar nicht erst zugelassen, wie Isenberg recherchiert hat. Gründe für das Aufführungsverbot waren die Verletzung religiöser Gefühle durch die Darstellung satanistischer Praktiken und der Umstand, dass es sich bei einer der Hauptfiguren um einen österreichischen Armeeangehörigen handelt, der seine Uniform verraten hat. Ulmer dürfte all das wohl "darkly amusing" gefunden haben, so Noah Isenberg, der gemeinsam mit Stefan Grissemann durch den Abend führen wird.

Filmhauskino, Mi 19.30 +21.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige