Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Pop

Chromeo: White Women

Als das kanadische Duo vor zehn Jahren erstmals von sich hören ließ, durfte man es mit seiner Mischung aus Electrofunk der frühen 1980er und Songwriting-Anleihen beim Soulpop von Hall & Oates noch als kurzlebigen Retro-Schmäh abtun. Aber sie haben Kondition bewiesen - und mit ihrem vierten Studiowerk nun erstmals auch ein durchgehend gelungenes Album gemacht. Von Kollegen unterscheidet Chromeo, dass sie nicht nur ihre Maschinen bedienen können, sie können auch Melodien. Tolle Sommerplatte. (Warner) SF

Pop

Tune-Yards: Nikki Nack

Okay, das dritte Album der US-Musikerin Merrill Garbus alias Tune-Yards mag nicht ganz unanstrengend sein, in erster Linie aber ist es alles andere als fad. Zwischen Jazzgesang, Popchanteuse und Shouterin hat sie alles drauf, und die Musik wirft Indieund Afropop, Zwitscherkisten-und Analogsounds, karibische Rhythmen und Beats aus der Denker-Hip-Hop-Abteilung in den Mix. Dieser Buntheit liegt aber keine Hyperaktivität zugrunde, vielmehr ist sie von durchaus kontrollierter Hyperkreativität geprägt. (4AD) GS

Klassik

Andreas Haefliger: Perspectives 6

In der Reihe "Perspectives" konfrontiert der Pianist Andreas Haefliger Beethoven mit anderen Komponisten, mit Programmen, die dramaturgisch durchdacht und in sich geschlossen sind. Album Nummer sechs verbindet zwei Sonaten Beethovens mit Luciano Berios Skizzen über Erde, Wasser, Luft und Feuer und der Fantasie von Robert Schumann. Das ergibt ein beziehungsreiches Hörerlebnis: romantische Zuneigung bei Beethoven, lyrisch Impressionistisches bei Berio und zärtlich Ungestümes bei Schumann. (Avis) MDA


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