Am Apparat Telefonkolumne

Wie massiert man mit dem Schlagstock, Herr Höbart?

Politik | INTERVIEW: R. EISENREICH | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Als "Gesindel" und "Abschaum" bezeichnete der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Christian Höbart auf Twitter Demonstranten gegen die Identitären-Kundgebung. Auf Facebook wurde er noch deutlicher: "Dieser Typ hätte mit Schlagstöcken so richtig massiert werden müssen!!", schrieb er über einen Mann, der Steine auf Polizisten geworfen haben soll.

Herr Höbart, warum bezeichnen Sie Menschen als "Gesindel" und "Abschaum"?

Ich halte die Meinungsfreiheit hoch, aber es kommt bei Demonstrationen im linken Bereich immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen. Die Exekutive kommt sich wie Freiwild vor.

Da spielt linke Doktrin mit: Man bekämpft nicht nur sogenannte Faschisten, Neonazis und Rechtsextreme, sondern die Staatsstrukturen.

Auch die Polizei wird oft für ihre Brutalität kritisiert, etwa auch von FPÖ-Volksanwalt Fichtenbauer (siehe S. 15).

Wenn man Sitzblockaden auflöst, muss man Personen wegtragen. Die wehren sich, treten herum, man greift ein bisschen fester zu, schon ist es die sogenannte Polizeigewalt. Da werden Konstrukte aufgebaut. Dahinter steckt offensichtlich System.

Wie können wir uns eine "Massage mit Schlagstöcken" vorstellen?

Bei Ausschreitungen, wo es Landfriedensbruch, Angriffe auf Leib und Leben und Widerstand gegen die Staatsgewalt gibt, muss die Polizei schlichtweg deutlicher eingreifen. Man kann kritisch sein, aber wenn ich die Polizei attackiere, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich die Härte des Gesetzes spüre.

Sie rufen die Polizei allerdings nicht zu Verhaft ungen auf, sondern zum Verprügeln.

Okay, vielleicht war das etwas zugespitzt dargestellt. Es kann jedem passieren, dass man in der Emotion ein zu hartes Wort findet. Dieser Typ dürfte aber ein besonderes Früchtchen sein, solche Leute verstehen offensichtlich keine andere Sprache.


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