Monsieur Michel macht ein Gedicht, doch im Deutschen klingt es nicht

Feuilleton | BUCHBESPRECHUNG: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Das Werk von Michel Houellebecq ist im Grunde genommen ein einziges Abschiednehmen. Dieser Abschied -von der Jugend, vom Begehren, vom Leben, von der Gattung - fällt mitunter wütend, sarkastisch und zynisch, dann wieder melancholisch und gelassen aus. Ist wohl auch eine Frage des Alters. "Wir glauben heute, dass Michel Djerzinski ins Meer gegangen ist" heißt es am Ende von "Elementarteilchen" über den introvertierten Molekularbiologen, den Houellebecq dorthin zurückschickt, woher der Mensch -evolutionsgeschichtlich betrachtet -hergekommen ist.

Dass der soeben erschienene, exquisit und stimmig mit kobaltblauer Schmuckfarbe ausgestattete -das Pigment ist auch unter der Bezeichnung "Dumonts Blau" bekannt - Gedichtband des Autors "Gestalt des letzten Ufers" heißt, passt also bestens. Das zur Abstraktion tendierende große Abund Leerräumen, das hier immer wieder inszeniert wird, erinnert ein wenig an Beckett ("Wir bewegen uns aufs Endspiel zu"), aber so richtig einrichten mag es sich Houllebecq


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