Stadtrand Urbanismuskolumne

In Meidling geschehen Zeichen und Wunder

Stadtleben | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Vergangenen Freitag am späten Nachmittag: Die Frühlingssonne schien warm, auf einem Spielplatz mitten im ehemaligen Arbeiterbezirk Meidling tobten die Kinder in der Sandkiste, während ihre Mütter plaudernd im Schatten auf Bänken zusammensaßen. Gruppen von Männern fläzten Sonnenblumenkerne schälend und kauend auf der Wiese, und der Betreiber des kleinen türkischen Geschäfts an der Ecke war gerade vor das Lokal getreten, um Obst und Gemüse auf faule Stellen zu kontrollieren, da hielt ein riesiger Reisebus vor ihm. Aus dem klimatisierten Inneren stiegen dutzende asiatische Touristen, wahrscheinlich Japaner, allesamt mit Fotoapparaten um den Hals. Geschlossen folgten sie ihrer Reiseleiterin. Auf dem Spielplatz hielten plötzlich alle inne. Neugierige und erstaunte Blicke folgten den Touristen, die schnurstracks im Hof des riesigen 1930er-Jahre-Gemeindebaus, in dessen Erdgeschoß sich der türkische Greißler befindet, verschwanden. Im Innenhof drehte die Gruppe eine Runde und knipste begeistert Fotos, bestieg wieder den Bus und fuhr Richtung Innenstadt davon.


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