Wie bestellt und abgeholt

Das Internationale Jugendtheaterfestival Rabiatperlen findet diese Woche in Deutschlandsberg statt

Lexikon | TIZ SCHAFFER | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Seit zehn Jahren gibt es die Theaterfeste der Regionen. Von Bad Gleichenberg über Oberzeiring und Straden bis Zeltweg finden seit 2004 an insgesamt 17 steirischen Orten diese Feste statt, die von Theaterland Steiermark ausgerichtet werden. Dazu gehört etwa das Figurentheaterfestival Sommertraumhafen, die eben stattgefunden habende Interpretationssache, die Theaterfabrik oder die Theatertage Weissenbach.

Eine kurze Bilanz: In zehn Jahren waren rund 780 Theater aus 22 Nationen zu Gast. Insgesamt kamen 1300 Vorstellungen zur Aufführung, die von 128.000 Menschen gesehen wurden. Das Mission-Statement: "Ein 'niederschwelliges' Festival auf internationalem Niveau mit großer Beteiligung ortsansässiger Kulturinitiativen."

Eingebunden in die Theaterfeste der Regionen ist auch Rabiatperlen 2.14, das diese Woche an drei Tagen stattfindet. Eine Rabiatperle ist ein Wein, der den Trunkenen aggressiv macht. Der steirische Autor Reinhard P. Gruber bezeichnete etwa den Schilcher einmal als Rabiatperle, nach seinem Konsum sitzt die Faust dann etwas lockerer in der Tasche. Die Fäuste fliegen beim anstehenden Jugendtheaterfestival hoffentlich nicht, auch wenn die gezeigten Stücke von professionellen Theatermachern gemeinsam mit den Jugendlichen nachbesprochen werden.

Die Projektpartner vor Ort für das Theaterland Steiermark sind das TZ- Theaterzentrum Deutschlandsberg und eine Projektgruppe von Laut! (Landesverband für außerberufliches Theater in der Steiermark). An drei Tagen werden nun Jugendtheatergruppen Werkstättenaufführungen genauso zeigen wie fertige Stücke, besonders der Austausch unter den Jugendlichen liegt den Verantwortlichen am Herzen.

Die erste Produktion, die gezeigt wird, stammt aus der Werkstatt des Grazer Theaters am Ortweinplatz und heißt "Wie bestellt und abgeholt". Eigentlich auch ein schönes Motto für das kleine Festival, es geht in diesem Stück ums Besonders-Sein im Kollektiv. Ebenfalls ein Werkstattprojekt ist das finale Stück: "Gugelhupf und Sushi" stammt aus der Dramawerkstatt des TZ.

Dazwischen gibt es etwa eine "Woyzeck"-Bearbeitung sowie eine "Alice im Wunderland"-Adaption der Theaterfabrik Weiz zu sehen. Die HTL Villach versucht sich an Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker", und auch das Theaterzentrum Deutschlandsberg nimmt sich einen Klassiker - "Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind - vor. Einen Überblick über die Aufführungen finden Sie in der Falter-Woche ab Seite 47.

Deutschlandsberg, von 29.-31.5.


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