Kinder am Kommando

Die Welt begreifen lernen: Das Kindermuseum Zoom wurde 20 Jahre alt

Stadtleben | RÜCKBLICK: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Ein verregneter Sonntag -das hatte für Wiener Kinder bis in die frühen 1990er-Jahre nichts Gutes bedeutet. Das hieß entweder Zimmer aufräumen oder ins Museum gehen, wobei Zweiteres mitunter die schlimmere Drohung war: stundenlang hinter den Erwachsenen nachtrotten, die mit Ahs und Ohs langweilige Bilder oder Kriegsgerätschaften bestaunten. Das hieß, sich zu verstaubten Vitrinen hochheben lassen zu müssen, um einen schnellen Blick auf merkwürdige Artefakte zu erhaschen oder - im besten Fall -auf hunderte tote, aufgespießte Käfer. In den großen Sälen war lautes Reden untersagt, wie in der Kirche schlich man andächtig über den knarrenden Parkettboden. Was die Herzen der Erwachsenen höher schlagen ließ, war für Kinder schlichtweg fad.

1994 sollte sich das ändern: Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 war Wien vom Ostrand Europas mit einem Mal in die Mitte gerutscht, und die Stadt kam in Bewegung. Während Wiens größte Einkaufsstraße, die Mariahilfer Straße, gerade aufgegraben


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