Technik Dinge, die uns brauchen

Apps für die digitalen Selbstoptimierer

Medien | PRÜFBERICHT: THOMAS VAŠEK | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Es gibt Menschen, die Treppenstufen zählen. Bei manchen ist das eine Zwangsstörung, bei anderen ein Sportprogramm. Fitnessbewusste Schritt-und Stufenzähler erkennt man heute an ihren bunten Plastikarmbändern.

Diese "Sporttracker" übermitteln per Funk Bewegungsdaten ans Smartphone; die zugehörige App ermittelt daraus Kalorienverbrauch, Zielerreichungsgrade und andere Leistungsparameter. Das macht mehr Spaß, als man zunächst denkt - und motiviert auch bewegungsfaule Kulturpessimisten, die in solchen Gadgets nichts als Lifestyle-Schnickschnack sehen. Manchmal staunt man, wie viel Bewegung man oft macht, ohne dass es einem bewusst wird (und umgekehrt).

Eine gute Option ist etwa das Garmin Vivofit (120 Euro), das nicht nur Schrittanzahl und zurückgelegte Distanz, sondern auch die Schlafphasen analysiert. Für 20 Euro extra gibt es dazu auch einen Brustgurt, um die Herzfrequenz zu messen. Das Jawbone Up 24 (150 Euro) bietet sogar eine intelligente, auf die Schlafphasen abgestimmte Weckfunktion. Für ernsthafte Freizeitsportler empfehlen sich das Nike +Fuelband SE (140 Euro), das den Nutzer sogar lobt und anfeuert, sowie das Polar Loop (100 Euro), das allerdings nur mit iOS und einigen Android-Phones kompatibel ist. Der digitale Selbstoptimierungswahn hat jedenfalls auch seine guten Seiten. Bei aller Kulturkritik: Gegen die Wampe helfen diese Gadgets allemal. Nur bewegen muss man sich selbst.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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