Der Leiermann im Tigersprung zu Schubert

In einem Filmprojekt des Pianisten Marino Formenti singen Amateure auf berührende Weise Kunstlieder

Feuilleton | FILMKRITIK: ARMIN THURNHER | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Der Pianist und Dirigent Marino Formenti hat einen Film über Schubert gemacht. Der Titel "Schubert und ich" zeigt, dass es um eine Auseinandersetzung geht, bei der das Subjektive nicht kleingeschrieben wird. Formenti meint nicht nur sich, sondern auch seine Protagonisten. Er spricht auf der Straße Passanten an und fragt sie, ob sie bereit wären, mit ihm ein Schubert-Lied zu singen. Warum er das tut, erklärt er gleich am Anfang des Films.

"Meine Wehmut", sagt er, er benützt tatsächlich dieses Schubert-Wort, "meine Wehmut besteht darin, dass junge, aber auch viele ältere Leute keine Beziehung zu klassischer Musik haben, dass es aber Sachen gibt wie Schuberts Lieder, die ganz tolle Musik sind. Meine Idee ist, Schubert jetzt eben nicht mit Staatsopernsängern zu machen, sondern mit ganz einfachen Menschen." Das ist der Film: Formenti studiert Schubert-Lieder mit Menschen ein, die nicht singen können, die zumindest keine Gesangsausbildung haben.

Nicht alle wollen mitmachen, aber Formenti


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