BESTE KAMPAGNE

AND THE WINNER IS...

Politik | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Das Damoklesschwert für die Grünen war das Zurückfallen auf den fünften Platz hinter die Neos. Also brauchte es Kontrast, sowohl personell als auch in der Positionierung der Kampagne. Ulrike Lunacek verband, so wie sonst nur Othmar Karas, eine klare proeuropäische Gesinnung mit unbestrittener Erfahrung und Kompetenz. Je unsicherer Angelika Mlinar im Verlauf des Wahlkampfs wurde, umso mehr wurde dies sichtbar.

Lunaceks Europa-Affi nität ließ Spielraum für eine Plakatkampagne, die unter einer an sich proeuropäischen Klammer ("Dein Europa kann mehr") auf dem Protestklavier spielte. Die Bildsprache der für eine Kleinpartei sehr präsenten Plakate war - bis auf das entbehrliche Strasser-Foto, das aber offenbar nur begrenzt Schaden angerichtet hat - optimistisch bis herzig, die Grünen haben gelernt, Werber Werbung machen zu lassen. Verbunden mit dem gut verankerten Corporate Design sorgten sie für wiedererkennbare Ökokompetenz der Grünen. Dafür waren die Texte angriffi g, und die Zielscheiben (Lobbys und Konzerne) so gewählt, dass sie für die wirtschaftsfreundlichen Neos nicht infrage kamen.

Geschickt war die Zuspitzung von zehn Unterschieden zwischen Grün und Neos als Folder und Youtube-Clip. Das half Funktionären und Freiwilligen, nicht ins Schwimmen zu geraten, wenn sie nach diesen Unterschieden gefragt wurden.


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