"Ich stelle mir vor, wie der in Österreich anklopft mit seiner Tochter, die sich vor Angst in die Pyjamas gepinkelt hat"

Der ORF-Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary begleitet seit über vier Jahren den Arabischen Frühling. Ein Gespräch über die Lage der Medien in Ägypten, die Präsidentenwahl, das Dilemma der Frauen und die beschämende Syrienhilfe Österreichs


INTERVIEW: FLORIAN KLENK
Medien | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014


Karim El-Gawhary, 50, Journalist des Jahres, Leiter des Nahost-Büros des ORF und Korrespondent heimischer und deutscher Zeitungen, ist wohl einer der besten Kenner des Arabischen Frühlings. Wie kein anderer Journalist berichtet er von den Fronten der Aufstände und Kriege. Vergangene Woche tourte El-Gawhary durch Österreich, um sein neues Buch („Frauenpower auf Arabisch“, Verlag Kremayr & Scheriau) vorzustellen. Am Rande einer Lesung in einer kleinen Wienerwald-Gemeinde fand dieses Gespräch statt, das während der Wahl in Ägypten aufgezeichnet wurde. Ein Gespräch über die ägyptische Lage, Frauenpower im arabischen Raum und die beschämende österreichische Politik im Umgang mit syrischen Flüchtlingen.

Falter: Herr El-Gawhary, Ägypten wählt gerade einen neuen Präsidenten, die Wahl ist noch nicht beendet. Sprechen wir zunächst über die Lage der Journalisten. Gibt es Pressefreiheit in Kairo?

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