Glosse Kultur

Achtung, Porno: warum die Wiener Kunst nichts für Amerikaner ist

Falter & Meinung | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Sollen Studierende gewarnt werden, wenn im Hörsaal aus den blutrünstigen Texten Shakespeares zitiert oder Pornos gezeigt werden? An US-Unis fordern Studentenvertreter, dass sexistische oder rassistische Bücher und Bilder mit einem Warnhinweis, einem trigger warning, versehen werden. Sie könnten bei diskriminierten Menschen traumatische Reaktionen auslösen. Ließe sich die Kennzeichnungspflicht auch hierzulande anwenden?

Im Burgtheater gehören Pornovideos zur Bühnendekoration, die pädophilen Zeichnungen Egon Schieles zum Kulturerbe. Und im Kunstgeschichteseminar schlachtet Otto Muehl einen Schwan. Sollten US-Studenten auf ein Gastsemester nach Wien kommen, müsste der Zollbeamte einen Stempel in den Pass drücken: "Trigger warning: Austria".


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