Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Alarmstufe Schwarzrot

Steiermark | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Schon zum zweiten Mal in Folge tanzte die Steiermark bei bundesweiten Wahlen aus der Reihe, auch diesmal trugen die "Reformpartner" Blessuren davon. Waren die Blauen bei der Nationalratswahl im Vorjahr hier gar auf Platz eins gelandet, verfehlten sie ihn diesmal knapp. Dennoch fuhren sie das österreichweit stärkste Ergebnis ein. Die ÖVP schaffte es mit Ach und Krach noch auf Platz eins, das Minus war aber weit dicker als im Bundesschnitt. Die SPÖ, Partei des Landeshauptmanns, verlor gar, im Gegensatz zum Bund. Die steirischen Roten grundeln nun auf Platz drei herum, das gab es noch nie. Und in den größten Bezirken, Graz und Graz-Umgebung, sind die Grünen beziehungsweise die FPÖ die Stärksten.

SPÖ-Landeschef Franz Voves und Vize Hermann Schützenhöfer (ÖVP) wollen aber nichts davon wissen, dass dies etwas mit ihrer Sparpolitik zu tun habe. Die Wähler wüssten genau zu unterscheiden. Das stimmt nur zum Teil. Wie sonst wären Verluste für ÖVP und SPÖ von bis zu 28 Prozentpunkten in Gemeinden, die gegen ihren Willen fusioniert werden, zu erklären? Auch sagten bei der Sora-Befragung bundesweit 62 Prozent der FP-Wähler, es gehe bei dieser Wahl "vor allem darum, ein Zeichen gegen die Innenpolitik zu setzen". Bei der Landeswahl haben die Großen also sehr wohl Grund zur Sorge. Die Gewinner sollten sich dennoch nicht zu früh freuen. Rot und Schwarz hatten zuletzt zusammen mehr als drei Viertel der Stimmen -selbst wenn sie kräftig verlieren, muss sich an den Machtverhältnissen nicht allzu viel ändern. Obacht auch bei den Grünen: Die Grazer, ja generell die Steirer, wählen umso lieber grün, je weiter weg von Graz das fragliche Parlament sitzt.


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