Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Die ORF-Sendung "Seitenblicke" stand einmal für den Einzug des Trash in den öffentlichrechtlichen Rundfunk. Eine eingespielte Gruppe von Künstlern ohne Lorbeeren, Adeligen ohne Schloss und PR-Ladys mit Chihuahua fraß sich durch Vernissagebuffets, von staatlichen Reportern willfährig in Szene gesetzt. Das hat sich längst geändert.

Die hungrigen Taugenichtse sind inzwischen in Formate wie "Hi Society"(ATV) abgewandert, während sich die "Seitenblicke" zu einer Kultursendung, in erster Linie der Oper und des Theaters, entwickelt haben. Die heiteren Anlässe lockern die Zungen der interviewten Personen. Die Museumsdirektorin Agnes Husslein verriet hier etwa, wie sie das Winterpalais des Prinz Eugen bekam ("Agnes, wüist des Winterpalais?", hatte Ex-Ministerin Maria Fekter zu ihr gesagt). Die "Seitenblicke" sind wie der "Klassiktreffpunkt" auf Ö1, allerdings ohne griesgrämigen Moderator. Die Hochkultur ist wieder gesellschaftsfähig.


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