Die Fotos aus Stein: was der Gefängnisarzt zu den Verwahrlosungen sagt

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Als der verwahrloste Psychiatriegefangene

Wilhelm S., 74, am 10. März dieses Jahres endlich dem Anstaltsarzt im Gefängnis Stein vorgeführt wurde und seine zentimeterlangen Fußnägel sichtbar wurden, da versagte die Nagelschere.

"Die Zehennägel", so hält Anstaltsarzt Michael Karner in seinem Bericht an den Anstaltsleiter fest, seien "seit vielen Monaten, eher Jahren nicht mehr gekürzt" worden. Die Pfleger mussten eine "elektrische Gipsschere" einsetzen, da eine Kürzung im Rahmen einer üblichen medizinischen Fußpflege nicht mehr möglich war.

Kaum ein Falter-Bericht hat in Österreich so großes Entsetzen ausgelöst wie jener über den in Stein verwahrlosten Wilhelm S. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) nannte den Fall eine "Katastrophe" und verspricht nun grundlegende Reformen im Maßnahmenvollzug - also bei der Unterbringung geistig abnormer Rechtsbrecher. Auch die Volksanwaltschaft zeigte sich "schockiert".

Die Anstaltsleitung in Krems und die FPÖ spielten den Fall derweil


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