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Pressekolumne

Medien | BARBARA TÓTH | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Die taz ist ja manchmal recht vergnüglich zu lesen, aber die letzte Europawahl-Kolumne über Österreich vom selbsternannten publizistischen "Kommissar für EU-Tauglichkeit" Deniz Yücel war einfach nur langweilig und ärgerlich.

"In Österreich hasst jeder jeden. Der eine Ösi hasst den anderen Ösi, die Männer hassen die Frauen, die Frauen die Männer, die Wiener die Bauern, die Bauern die Wiener, und alle zusammen hassen Ausländer, Juden und die EU." Außerdem sei das Land verfilzt, öd und schwelge noch immer im Opfermythos, obwohl es 1938 für den Anschluss war, "den einzigen Tapetenwechel, den die Ösis je bejubelt haben". Deshalb sei Österreich, die "Schweiz für Arme", reif für den EU-Ausschluss: "Babatschi, Ösis!" Nichts gegen ironische Österreich-Kritik, aber so viele altbackene Klischees so lieblos runterzuklopfen zeugt wirklich nicht von hoher Satirekunst. Bissl Wiener Schmäh hätte Herrn Yücel nicht geschadet.


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