Musiktheater Kritiken

Die Heimsuchungen eines Inzestopfers

Lexikon | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Ich habe den Vater natürlich geliebt", bekennt die gepeinigte Nadja ausdrucksstark, fast mit Elektra-Expression. Sie will das "Bluthaus" verkaufen, in dem sie verführt wurde. Allmächtig ist der Gesang ihres Vaters präsent, geschwätzig sind der Makler Daniel Gloger und ein Dutzend Kaufinteressierte in Sprechrollen. Unsagbares zerstiebt im Libretto von Händl Klaus auch im Solistenquartett zwischen Silben und Lauten. Georg Friedrich Haas komponierte keine "Inzest"-Oper, kein Gewalt-Drama, sondern ein fulminantes, musikalisches Lamento deformierter Liebe. Das von Peter Mussbach neu inszenierte und minutiös vom Klangforum Wien unter der Leitung von Peter Rundel musikalisch umgesetzte Drama erfordert beim Zuhören ein Dranbleiben, das sich lohnt, aber mitunter anstrengend wird, auch einige Längen aufweist. HR Theater an der Wien, Folgevorstellungen 13. und 15.6., 19.30


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