Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Schnupfensex

Falter & Meinung | aus FALTER 22/14 vom 28.05.2014

Aus aktuellem Krankheitsanlass habe ich eine Kolumne ausgegraben und unterschreibe aber nach wie vor jedes Wort: Jeder glaubt, ich habe eine Fieberblase unter der Nase, aber nein, ehrlich, ich habe mir einen Wolf geschneuzt. Eine meiner Freundinnen riet mir zu Sex als Medizin, das aktiviere die Wohlfühlstoffe im Körper und diene der Selbstheilung. Ich kann nun reporten: Man kann keinen Sex haben mit so einem Schnupfen, weil man schlicht erstickt. Mit jemand anderes Zunge im Mund und der technisch unmöglich gemachten Nasenatmung war das ein lebensgefährliches Unterfangen. Die produzierten kehligen Erstickungsgeräusche taten ihr Übriges dazu, dass der Partner dann auch keine Lust mehr hatte. Jetzt ist er auch krank und daher stinkesauer. An Sex ist nicht zu denken, aber wir haben ein paar Ersatzbindungsrituale gefunden. Zum Beispiel das gemeinsame Durchführen einer Nasenspülung mit Emser Nasenspülsalz. Wunderschöner Anblick. Der Sound, der sich dabei entwickelt, erinnert an Nilpferde. Erinnert an Afrika. Afrika ist Urlaub und Sonne. Werd noch meinen Enkelkindern von der Romanik zu berichten wissen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige