Kolumne Außenpolitik

EU: Unbeabsichtigt kam es zum Moment der Weichenstellungen

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Noch nie haben Europawahlen derartige Turbulenzen ausgelöst. Die Europäer konnten mit so manchen Mühen zwar die größte Finanzkrise seit Jahrzehnten unter Kontrolle zu bringen. Dem Stress, der sich dabei aufgebaut hat, sind die Parteien aber sichtlich nicht gewachsen. Wo Rechtsaußenparteien ganz vorn landeten, ist das gesamte politische System in Aufruhr.

In Frankreich steht die bürgerliche UMP, gebeutelt durch die Abwanderung der Wähler ins rechtsextreme Lager und eine Serie von Finanzskandalen, vor der Auflösung. Der sozialistische Präsident François Hollande ist dabei, durch seine Hilflosigkeit die Wiederwahl in zwei Jahren zu verspielen. Das ganze Land blickt wie gebannt auf den umstürzlerischen Elan von Marine Le Pen. 25 Prozent für eine Partei, die den Bruch mit der europäischen Integration auf ihre Fahnen schreibt, das hat es seit dem Niedergang der großen kommunistischen Parteien in Westeuropa nicht gegeben.

In Großbritannien steht der Chef der Liberaldemokraten, Vizepremier


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