Hier spielt der Chef - und wie!

Bei den Wiener Festwochen nahm Intendant Markus Hinterhäuser mit Musik von Galina Ustwolskaja dem Mozart-Saal den Atem

Feuilleton | Reportage: Armin Thurnher | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Sonntag, Konzerthaus, knapp nach 17 Uhr. Steinway-Techniker Gerhard Feldmann legt letzte Hand ans Klavier, stimmt nach und sorgt für gleichmäßigen Anschlag. Den Flügel hat er schon vor drei Tagen hergerichtet. Der Solist stellte keine spezifischen Anforderungen ans Klavier, erzählt er, hat sich aber von allen drei Steinways im Konzerthaus den weichsten ausgesucht.

Es ist der zweite Tag des Galina Ustwolskaja (1919-2006) gewidmeten Wochenendes. Die geheimnisvolle russische Komponistin und Schülerin von Dmitri Schostakowitsch lebte in St. Petersburg, fern der Avantgarde des Westens, tödlich bedroht von Stalins System. Sie schrieb wenig, aber das ist von großartig-einfachem Zuschnitt: polyfon, schlicht, mit brutal dazwischengeworfenen, rhythmisch insistierenden Klangmassen.

Die Polyfonie erinnert an ihren Lehrer, aber in ihren Kompositionen ist weniger Leere. Pianist Markus Hinterhäuser hat eine gültige Aufnahme ihrer Klaviersonaten vorgelegt (bei Col Legno), und er spielte sie schon


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