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Die Regierung holt 1500 syrische Flüchtlinge nach Österreich. Die Auswahl ist intransparent, die Neuankömmlinge werden sich selbst überlassen

Politik | Bericht: Ruth Eisenreich | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Es war ein Frühlingstag im Jahr 2013, als Georg Ephraim auf seinem kleinen Acker in der syrischen Stadt Qamishli einer Gruppe bewaffneter Männer gegenüberstand. "Verschwinde", sagten die Männer und entsicherten ihre Gewehre: "Das ist die letzte Warnung. Wenn du dich noch einmal hier blicken lässt, erschießen wir dich."

Schon lange hatte sich Ephraim, ein syrisch-orthodoxer Christ, in Qamishli nicht mehr sicher gefühlt: Christliche Kirchen waren angegriffen, ein Schulkamerad seines Sohnes entführt worden, Islamisten hatten angekündigt, den ganzen Orient "von Ungläubigen säubern" zu wollen.

Nach dem Vorfall auf dem Acker fiel die Entscheidung: Ephraim, seine Frau und die vier Kinder ließen ihre Heimat zurück und flohen im Juli 2013 in den Libanon.

So jedenfalls erzählt Ephraim seine Geschichte heute, knapp ein Jahr nach seiner Flucht. Er sitzt auf der Galerie der kleinen syrisch-orthodoxen Kirche in Hietzing, neben ihm sein Schwager Omed Nahroyo, der wie Ephraim in Wirklichkeit


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