"Demonstrationssöldner" oder Ministrant?

Lange U-Haft, dünne Anklage: Am Freitag steht Josef S. als "Rädelsführer des Schwarzen Blocks" vor Gericht. Ist er es wirklich?

Politik | Prozessvorschau: Florian Klenk | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Hans Peter Kronawetter gilt als eher gemächlicher Staatsanwalt. Das bewies er schon im Fall Eurofighter, wo er Kontenöffnungen und Einvernahmen von Gernot Rumpold unterließ -mit dem Argument, dass man die Grundrechte des Rüstungslobbyisten und FPÖ-Werbers auch dann noch höher bewerten müsse, wenn er sechs Millionen von EADS kassiert.

Nun hat Kronawetter wieder einen politischen Fall geerbt, die Causa Josef S. Der 23-jährige Student aus Jena sitzt seit dem 24. Jänner in U-Haft, diesen Freitag beginnt sein Prozess wegen Landfriedensbruchs, versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigungen.

S. gilt als Märtyrer unter den No-WKR-Ball-Demonstranten. Sein Name wird an Hauswände gesprüht. Die deutschen Medien berichten über die strenge Wiener Justiz. Seine Familie bittet bei Medien um Hilfe.

Die Staatsanwaltschaft und das Oberlandesgericht verweigern ihm sogar die elektronische Fußfessel, weil er "von purem Hass" getrieben sei und "auf freiem Fuß neuerlich" strafbare


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