Nüchtern betrachtet

Zentralmatura, ja bitte, aber auf Kommunistisch

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Die Zentralmatura ist allen "liberalen" Warmduschern und Schneebrunzern ein Dorn im Auge. Kinder, vor allem die eigenen, sind so funkelnde Individuen - unmöglich kann man ihnen abverlangen, dass sie nach derselben Methode Bruchrechnen lernen oder auf Englisch was zum Umweltschutz sagen sollen. Außerdem würden die regionalen Unterschiede plattgemacht, die ja sogar bei der Führerscheinprüfung berücksichtigt werden: Wer in Wien antritt, muss sich auch im Einbahndschungel des Alsergrundes zurechtfinden können, auf dem Land reicht es, wenn man auf dem Güterweg keine Marterln und Bildstöcke umfährt.

Tatsächlich hemmt falsch verstandener Föderalismus allen Fortschritt und verhindert die Entfaltung der menschlichen Wesenskräfte. Der Verländerung der Schulkompetenz können wirklich nur Menschen das Wort reden, die es auch in Ordnung finden, dass ein rumpelstilzoider Radelbrunner Weinbauernbub einem Bundesland mit 1,6 Millionen Einwohnern vorsteht. Solch groteskem Unfug muss endlich


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