Bloß keine g'mahte Wies'n

Lieber eine Blumenwiese: Urbanes Garteln bedeutet heute auch, an die Bienen zu denken

Stadtleben | Gartenschau: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Rettet die Bienen! Neben Wal, Eisbär oder Tatzelwurm kann man momentan vor allem mit dem Bienenthema öffentlichkeitswirksam punkten. Die Supermarktkette Hofer verteilt an der Kasse Schokobienchen, der Pflanzenmarkt Bellaflora schreibt einen Fotogeschichtenwettbewerb "Schönste Blumenwiese für die Bienen" aus und verkauft gleich noch die passende Feldblumenmischung dazu. Damit die Hobbygärtnerinnen was zu tun haben - ist doch gut!

Einmal davon abgesehen, dass weniger die Hobbygärtner als die Turbo-Landwirtschaft mit ihren Monokulturflächen, Herbiziden und Pestiziden für das Bienensterben verantwortlich sind: ohne Bienen kein Obst. Inzwischen weiß jedes Kind, dass Insekten wichtig sind fürs Bestäuben im Obstgarten.

Und wer ein "Hotel" für Wildbienen aufgehängt hat, brummende Hummeln neugierig begrüßt, statt sie ängstlich zu vertreiben, der soll jetzt gefälligst auch schauen, dass die Tiere was zu futtern haben. Ja, auch die Honigbienen, von denen alleine in Wien 200 Millionen unterwegs sind. Jetzt im Hochsommer haben die Bestäuber Nahrungsstress. Die Obstbaumblüte ist vorbei (die ersten Kirschen sind schon rot), viele Blumen sind schon verblüht, jetzt sollte man die trachtlose Zeit bis Ende Juli überbrücken.

Heimische Kräuter wie Melisse oder Thymian, saisonale Obst-und Gemüsesorten sind schon ein guter Grundstock. Kornblume, Klatschmohn, Ringelblume, Vergissmeinnicht und andere bienenfreundliche Blumen, die man in den Wiesenblumenmischungen findet, lassen sich ganz einfach in den Garten bringen. Okay: Mohn ist vielleicht ein bisschen heikel. Allerdings darf man nicht mähen, denn penibel getrimmter Rasen ist so ungefähr das Gegenteil von dem, was Bienen wollen.


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