Seinesgleichen geschieht

Sparefroh in der Krisengrube. Bei dieser Steuerreform geht es nicht um Reform

Der Kommentar des Herausgebers

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Also, wir müssen über eine Steuerreform reden. Bloß wie? So wie derzeit bei uns eher nicht. Im Reformgerede vergeht einem jede Reform. Man müsste das Reformgerede reformieren, dringend. Wir haben Reformredebedarf, jede Menge.

Warum verschwindet jede politische Frage sofort in einem scheinpolitischen Gezeter? Warum können wir keine gesellschaftspolitisch wichtige Debatte auf relevante Weise führen? Weil die Motive so durchsichtig sind. Weil die Agenda zu groß ist, um angesprochen zu werden. Weil die Steuerreform ein Tropfen auf einen Stein ist, der so heiß geworden ist, dass ihn keiner mehr angreift.

Weil mit SPÖ und ÖVP zwei Akteure ineinander verklammert sind, deren Weltanschauungen - hie Kapital, hie Arbeit - sich einst diametral widersprachen. Mittlerweile haben sie sich auf den Friedhöfen dieser Weltanschauungen häuslich eingerichtet, tun aber alles, um die Welt nicht mehr anschauen zu müssen. Nicht, dass Ideologie die Welt retten würde. Aber ein klarer Blick auf die Realitäten


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