Der Zerrissene

Der Wiener Schauspieler Karlheinz Hackl war ein leichtsinniger Melancholiker und ein verzweifelter Kasperl

Feuilleton | Nachruf: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Seinen letzten großen Auftritt hatte Karlheinz Hackl vor zwei Jahren bei der Nestroy-Gala, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Er wurde mit Standing Ovations gefeiert, und er konnte gar nicht genug davon bekommen. "Wissen Sie, für einen Kasperl ist der Applaus das Wichtigste in seinem Leben", begann der Schauspieler seine Dankesrede. "Bitte, tun Sie's noch einmal!"

Der Lebenswerk-Nestroy wird häufig an Künstler verliehen, die nicht mehr lange zu leben haben. Karlheinz Hackl gehörte eigentlich nicht dazu; in einem langwierigen Kampf hatte er eine schwere Erkrankung überwunden - 2003 war in seinem Gehirn ein bösartiger Tumor entdeckt worden. Voriges Jahr war der Krebs dann wieder da. Und diesmal hat er gewonnen.

"Karlheinz Hackl war für mich die Inkarnation des ,Zerrissenen', der Inbegriff der österreichischen Schauspielkunst", schreibt Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann in ihrem Nachruf. Nestroys "Zerrissener" war 2001 Hackls vorletzte große Rolle am Burgtheater. In


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