Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (4)

Als Vorspeise gibt es heute gekochtes Gürteltier!

Wolfgang Kralicek sieht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Feuilleton | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Mittwoch, 28. Mai: Liebes Tagebuch! Die Festwochen haben "Tararabumbia" als Zeitreise durch die Geschichte Russlands angekündigt. Tatsächlich ist die Inszenierung, die da in der Halle E auf einem langen schwarzen Laufband (es riecht nach Gummi wie beim Reifenhändler) am Publikum vorbeirauscht, eine groteske Tschechow-Revue. Die Leiche des am Ende von "Drei Schwestern" im Duell erschossenen Leutnants Tusenbach zieht sich als Running Gag durch die Aufführung, die "Möwe" tritt in Gestalt einer geflügelten Schauspielerin auf, und so weiter. Was Regisseur Dmitry Krymov genau sagen will, ist mir zwar nicht klar, trotzdem habe ich gern zugeschaut. Die besonders in der Ausstattung sehr liebevoll gemachte Inszenierung ist ein großer Spaß für Theaterfans und andere Schaulustige, allein die schiere Menge der Akteure beeindruckt.

Freitag, 30. Mai: Kuro Tanino aus Tokio ist Psychoanalytiker und Dramatiker. Sein Stück "Die Kiste im Baumstamm" sieht aus wie ein dramatisierter Psychiaterwitz:


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