Glosse Verbotsschilder

Die Zombieratte, oder: Wiens inkonsistenter Weg der Volksaufklärung

Falter & Meinung | Joseph Gepp | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Kürzlich haben wir uns an dieser Stelle mit einem Verbotsschild neben einem Teich im Prater befasst. Darauf steht statt des harschen Kommandos "Entenfüttern verboten" eine diffizile Abhandlung über das Ökosystem Teich. Sie legt dar, warum es besser ist, das Füttern zu unterlassen. Wie antiautoritär und wie vernünftig, dachten wir uns. Aber Wien kann auch anders, und zwar wieder auf einem Schild.

Diesmal ist nicht das Entenfüttern verboten, sondern jenes von Tauben. Wer Tauben füttert, füttert nämlich auch Ratten. Um dies auszudrücken, haben die Stadtväter einen Rattenkopf auf einen Taubenkörper montiert. Ein bizarres, verstörendes, grusliges Bild.

Wie jetzt, Gemeinde Wien? Willst du deine Bürger sanft und antiautoritär auf den richtigen Weg leiten? Oder bevorzugst du doch lieber Schockfotos von Rattentauben?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige