Meinesgleichen

Karlheinz Böhm, 1928-2014

Falter & Meinung | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Vor wenigen Tagen erwähnte der afrikanische Architekt Francis Kéré bei den Stadtgesprächen von AK und Falter im Gespräch mit Peter Huemer Karlheinz Böhm. Der habe bei seinem Hilfsprojekt in Äthiopien das Richtige getan: Er habe die Bevölkerung mit sanftem Druck dazu angehalten, sich lokaler Techniken zu besinnen, heimische Materialien zu verwenden, statt eine falsch verstandene und nicht auf örtliche Gegebenheiten zugeschnittene Moderne nachzuahmen. Böhm, ursprünglich Schauspieler, hat nicht nur das richtig gemacht in seinem Leben. Die Hilfsorganisation "Menschen für Menschen", die der Schauspieler spontan in einer TV-Show gründete, weist eine beeindruckende Bilanz auf.

"In den letzten drei Jahrzehnten hat Böhms Äthiopienhilfe 203 Schulen gebaut, drei Krankenhäuser und 85 Gesundheitsstationen eröffnet. 2400 Kilometer neuer Straßen und 1300 Brunnen sind entstanden, 200 Baumschulen gegründet und 87 Millionen Baumsetzlinge zur Wiederaufforstung und Erosionseindämmung verteilt worden. Augenoperationen haben 38.000 Menschen vor der Erblindung bewahrt. 12.300 Frauen erhielten durch Mikrokredite eine neue Einkommensquelle, 30.000 Menschen Schulungen in Hygiene, Gesundheit, Ernährung oder Anbaumethoden", resümierte Julia Kospach im Falter. Dazu kamen der Kampf gegen Aids und Klitorisbeschneidung. Vergangene Woche starb Karlheinz Böhm in Salzburg. Seine Frau Almaz führt die Organisation fort.

Quellen:

Julia Kospach, Almaz Böhm, Falter 11/2009


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