Mediaforschung

Die magische Adidas-Kampagne mit dem Zauberer Lionel Messi

Verführungskolumne

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 23/14 vom 04.06.2014

Es waren nicht die besten Wochen für Adidas. In China brachen die Arbeiter einer Adidas-Zulieferfirma einen der größten Streiks vom Zaun - der Fabrikchef hat den armen Hacklern jahrelang zu wenig Geld gezahlt. Es stand weltweit in den Zeitungen, weil es ja nicht so oft vorkommt, dass sich chinesische Arbeiter gegen die Mächtigen auflehnen. Nur wenig später veröffentlichte Greenpeace Labortests, die zeigen, dass die Fußballschuhe mit den drei Streifen giftige Chemikalien beinhalten.

Sozialdumping und Gift, ach herrje, das sind keine guten Nachrichten vor der anlaufenden Fußballweltmeisterschaft. Vor allem, wenn man wie Adidas allein heuer zwei Milliarden mit Fußballausrüstung umsetzen will. Was also tun? Werben! Stolz hat der Konzern verkündet, dieses Jahr die größte Kampagne seiner Geschichte abzufeiern.

Wie viel in die Reklame gepulvert wird, ist nicht bekannt. Richten soll es jedenfalls Lionel Messi. Der Rasenzauberer soll das Kunststück vollbringen, die ganze negative Energie aus den Köpfen der Konsumenten verschwinden zu lassen. In den Spots spielt der mehrfache Weltfußballer die Hauptrolle, im Computerspiel "Fast or Fail" auf der Adidas-Homepage schlüpft man selbst in die Rolle des argentinischen Mittelstürmers. Ziel: Die Pfeiltasten schnell genug drücken, um den Gegnern davonzurennen. Die Schnellsten gewinnen eine Reise nach Rio. Zuckerhut, schöne Menschen, Strand, Meer, der Duft von Sonnencreme in der Luft.

Ein magischer Ort. Simsalabim.


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